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Beratung im interkulturellen Kontext

Datum: 06. – 07.12.2021 | Ort: Hanau | Kursnummer: FW21_H15 | Kosten: 240,00 EUR | Kursleitung: Franco Biondi

Bitte beachten Sie, dass es aufgrund der Corona-Pandemie zu Änderungen im Seminarablauf kommen kann. Im Rahmen der jeweils gültigen Corona-Verordnungen werden wir zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten gegebenenfalls Seminare mit kleineren Gruppen, kürzeren Präsenzzeiten oder als Blended-Learning-Format anbieten. Über Änderungen werden Sie jeweils so früh wie möglich informiert. Falls Sie vor Ihrer Anmeldung genauere Informationen wünschen, kommen Sie gerne auf uns zu.

Die Selbstorganisation eines Menschen gründet sich u.a. auf drei Gedächtnisformationen: das kognitive, emotionale und somatische Gedächtnis. Diese interagieren mehr oder weniger synchron, je nach dem Grad gesundheitlicher Verfassung der Person. Das kulturelle bzw. interkulturelle Gedächtnis fügt sich in die Gegebenheiten solcher individuellen Strukturen ein.

Menschen mit mehrgenerationalen Migrationserfahrungen verfügen über ein bewusstes und unterbewusstes interkulturelles Gedächtnis, die deren Verhaltensimpulse und Verhaltensweise bedienen. Erfahrungsgemäß werden interkulturelle Gedächtnisinhalte an die folgenden Generationen abgeben. Diese können solche Inhalte bewusst weitergeben oder ignorieren. Diese können sie aber auch in der Begegnung mit der Mehrheitskultur negieren oder mit einigen Elementen verschmelzen. Es entsteht so etwas, was einige Kulturanthropologen den »dritten Raum« nennen. Grundsätzlich entwickelt ein interkulturelles Gedächtnis drei kulturelle Räume: einen Raum in Anlehnung an das ›Herkömmliche‹, einen Raum in Verbindung mit der ›Mehrheitskultur‹ sowie mit anderen ›Minderheitskulturen‹ und schließlich einen Raum in Verbindung mit beidem und etwas Neuem. Dieses Neue ermöglicht offene, plurikulturelle Begegnungen.

Die Beratung bikultureller Klienten mit deutlich heterogenen bikulturellen Gedächtnissen stellt sich für Professionelle mit einer relativ homogenen Bikulturalität (Binnenraumbikulturalität – bzw. Stadt-Land) als große Herausforderung dar. Dieser Workshop will sich mit dem psychodynamischen Phänomen der Interkulturalität auseinandersetzen. Er will darüber hinaus über Probehandeln, Zugänge und Austausch zwischen bikulturellen Personen (Berater-Klient) ermöglichen. Ferner kann auch untersucht werden, ob und in welcher Weise sich Traumaspuren in bikulturellen Gedächtnisräumen entwickelt haben, die den Beratungsprozess bestimmen.

Praktische Anwendungen:

  • Systemische Methoden der interkulturellen Beratung
  • Traumapädagogische Arbeit mit interkulturellen Selbstanteilen

Ziel dieses Workshops ist, die psychodynamischen Aspekte einer bikulturellen Persönlichkeit in die eigene Beratungsarbeit einzubeziehen sowie systemische und traumapädagogische Methoden in der interkulturellen Beratung anzuwenden und anhand von eigenen Fallbeispielen sowie in Rollenspielen bzw. in Skulpturarbeit einzuüben.

Zielgruppe: Alle im psychosozialen Bereich tätigen.

Seminarzeiten: 
10.00 - 17.30 Uhr / 9.00 - 16.30 Uhr

Ort:
Hanau, praxis institut für systemische beratung - die Wegbeschreibung können Sie hier herunterladen.....

Max. TN-Zahl i. d. R.:
16 - 22

Fortbildungspunkte bei der Psychotherapeutenkammer werden beantragt!

 


Franco Biondi

Dipl.-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Familientherapeut

Ausbildung in Familientherapie und Supervision beim Institut für Familientherapie Weinheim, von 1983-2011 in der Jugendhilfe tätig. Weiterbildung zur Behandlung der chronischen Traumatisierung (therapeutische Arbeit an der strukturellen Dissoziation nach Ellert Nijenhuis), Fachberatung und Coaching in der stationären, halbstationären und ambulanten Jugendhilfe, Psychotherapie in eigener Praxis. Als Schriftsteller veröffentlichte er mehrere Romane und Gedichtbände, die durch Literaturpreise bereits zweifach ausgezeichnet wurden.

Weitere Informationen und Kontakt: Hanau | www.franco-biondi.de



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