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Traumawissen für Fortgeschrittene – Bindungstraumatisierung

Datum: 21.06. – 22.06.2021 | Ort: Hanau | Kursnummer: FW21_H05 | Kosten: 240,00 EUR | Kursleitung: Inge Liebel-Fryszer und Franco Biondi

Bitte beachten Sie, dass es aufgrund der Corona-Pandemie zu Änderungen im Seminarablauf kommen kann. Im Rahmen der jeweils gültigen Corona-Verordnungen werden wir zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten gegebenenfalls Seminare mit kleineren Gruppen, kürzeren Präsenzzeiten oder als Blended-Learning-Format anbieten. Über Änderungen werden Sie jeweils so früh wie möglich informiert. Falls Sie vor Ihrer Anmeldung genauere Informationen wünschen, kommen Sie gerne auf uns zu.

Wir möchten in diesem Workshop vor allem das Thema „Bindungstraumata“ vertiefen. Wir meine damit die Prozesse, von Menschen, die während ihrer frühe Entwicklung zum sozialen Menschen Gewalt und Intimitätsgrenzverletzungen durch Bindungspersonen erlebt haben.  

Das klassische Vorgehen in Phasen (Stabilisierung, Exposition und Integration) passt in der Arbeit mit früh verstörten Menschen nicht, denen es grundlegend an der Fähigkeit vertrauensvolle Beziehungen einzugehen mangelt. Die klassische Traumarbeit verortet den Aufbau positiver Beziehungen in der Stabilisierungsphase, also am Anfangs der Zusammenarbeit ein. Im Grunde geht es jedoch in der gesamten Arbeit darum, unsere Klienten dabei zu unterstützten auf den Pfad der Entwicklung zurückzukehren (Anna Freud, 1974 zitiert nach Tronick). Entwicklung und Wachstum, im Sinne der Erweiterung von Möglichkeiten des Denkens, Fühlens, Handelns und Wahrnehmens, finden in Beziehungen statt. Kinder entwickeln ihre Persönlichkeit in der Abstimmung und Synchronisation mit Menschen, denen sie sich zugehörig fühlen. Dies geschieht in Selbstorganisation.

In der Arbeit mit Erwachsenen ist es wie eine archäologische Reise, auf der es gilt freizulegen und zu rekonstruieren, was unser genetisches Geburtsrecht ist: die Fähigkeit zu lieben. LIEBE (Panksepp) meint hier das ganze emotionale System sozialen Engagements (Porges). Die Reisenden begegnen dabei zusammen allerlei Schrecken, nämlich den  fürchterlichen kindlichen Gewalterfahrungen. Um diese Gänge in die Unterwelt sicher und produktiv zu gestalten, braucht es Wissen aus der Psychotraumatologie.

Wir werden in diesen zwei Tagen aktuelle Inputs zum Thema ›Bindungstraumatiserung‹ geben. Ausgewählte Aspekte von Diagnostik und Intervention werden in Übungen und an Fallbeispielen vertieft.

Der Workshop richtet sich an psychotraumatologisch vorgebildete Personen und Teilnehmer*innen aus unseren Kursen zur Psychotraumatologie.


Inge Liebel-Fryszer

Dipl.-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin (BDP), Systemische Familientherapeutin, Supervisorin und Coach (DGSF), Lehrende für Systemische Familientherapie (DGSF)

Aus- und Weiterbildungen in klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie (GwG), Psychodrama mit Kindern (Moreno-Institut) und systemischer Beratung und Therapie, Positive Psychotherapie (Peseschkian). In den letzten Jahren Fortbildung und Arbeit mit traumatisierten Menschen. Berufliche Erfahrungen als Kindertherapeutin, als Heimpsychologin, in einer Jugendberatungsstelle. Aufbau einer psychologischen Beratungsstelle für städtische Kindertagesstätten (Stadt Frankfurt); Niederlassung als Psychologische Psychotherapeutin, Coach, Supervisorin und Weiterbildnerin; langjährige Lehrbeauftragte an der EFH Darmstadt im Studiengang "master of social sciences".  Besondere Schwerpunkte: Kindliche Entwicklung (insbes. Bindung, Entwicklungspsychologie), Psychotraumatologie, Konfliktarbeit / Arbeit in den Feldern der Psychiatrie und Jugendhilfe. Seit 2011 regelmäßige Lehre in China "Systemische Familientherapie" und "Systemische Supervision".   Eine Übersicht über die Veröffentlichungen finden Sie hier...

Weitere Informationen und Kontakt: Frankfurt | eMail:  liebelfryszer(at)icloud.com

Franco Biondi

Dipl.-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Familientherapeut

Ausbildung in Familientherapie und Supervision beim Institut für Familientherapie Weinheim, von 1983-2011 in der Jugendhilfe tätig. Weiterbildung zur Behandlung der chronischen Traumatisierung (therapeutische Arbeit an der strukturellen Dissoziation nach Ellert Nijenhuis), Fachberatung und Coaching in der stationären, halbstationären und ambulanten Jugendhilfe, Psychotherapie in eigener Praxis. Als Schriftsteller veröffentlichte er mehrere Romane und Gedichtbände, die durch Literaturpreise bereits zweifach ausgezeichnet wurden.

Weitere Informationen und Kontakt: Hanau | www.franco-biondi.de



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