Pädagogischer Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen

Traumatisierte Kinder und Jugendliche lösen in ihrem Umfeld oft Mitleid, aber auch Ängste, Hilflosigkeit oder sogar Ärger aus. Es besteht der Wunsch, den Betroffenen Kindern und Jugendlichen mit einer traumaspezifischen Psychotherapie helfen zu lassen. Dabei hat es sich gezeigt, dass eine spezifische Traumatherapie besonders erfolgreich ist, wenn es gelingt, auf der Basis eines gemeinsamen Verständnisses für die Verhaltensweisen und die Probleme dieser Kinder, mit dem pädagogischen Umfeld eine gute Kooperation herzustellen. Der alltägliche Einfluss des pädagogischen Umfelds ist mindestens so groß wie die Traumatherapie selbst. Manchmal sogar größer! Falls es keinen Therapieplatz gibt, ist eine traumapädagogische Begleitung noch wichtiger und existentiell für eine gesunde Entwicklung dieser besonderen Kinder und Jugendlichen.

In dieser Fortbildung vermitteln wir ein Verständnis von seelischer Verletzung und Psychotrauma, deren Folgen und woran man sie erkennt. Die Erklärungsmodelle sind gleichzeitig geeignet, den betroffenen Kindern und Jugendlichen zu helfen, sich selbst und ihre leidvolle Symptomatik besser zu verstehen. Darauf aufbauend gehen wir gemeinsam der Frage nach, was brauchen traumatisierte Kinder und Jugendliche um „zu heilen“. Es werden pädagogische Handlungsstrategien vorgestellt, die individuell und im Team hilfreich sein können, um auch mit schwierigen Situationen umzugehen. Ein wichtiger Aspekt ist es, die Kinder und Jugendlichen darin zu unterstützen, ihre Emotionen zu regulieren und sich mit der Wahrnehmung so in der Gegenwart zu verankern, dass sie sich wieder sicher fühlen. Hierzu werden sogenannte Stabilisierungsübungen demonstriert und geübt. Traumatische Affekte sind „ansteckend“. Zur Vermeidung von destruktiven Eskalationen ist auch die eigene Fähigkeit des Fachpersonals zur Spannungsregulation und Selbstfürsorge wichtig. Alle Übungen, die Sie für Ihre Klienten erlernen, können Sie auch für sich selbst nutzen. Wichtig ist es uns auch, auf Psychohygiene, die eigenen Grenzen und die Prävention von Burnout zu achten.

Im ersten Block beschäftigen wir uns mit den Grundlagen der Traumapädagogischen Arbeit.
Inhalte: Traumadefinition, Traumasymptome, Modell zur Erklärung, Traumatherapie vs. Traumapädagogik, Prinzipien der Traumapädagogischen Arbeit, Übertragungen und Verwechselungen, Sekundäre Traumatisierung und Burnoutgefahr. Eigene Grenzen und die Bedeutung von Selbstfürsorge, Gegenwartsorientierung mittels 5-4-3-2-1-Übung, Übungen zur Spannungsregulation, Tresorübung. Das Thema Sicherheit, Übung „Ort der inneren Sicherheit“ und wie eine bestimmte Institution zu einem Ort der Sicherheit wird.

Im zweiten und dritten Block werden auf der Basis der Grundlagen weitere Traumapädagogische Modelle und Übungen vermittelt und vertieft, und mit dem bis dahin erworbenen Wissen konkrete herausfordernde Fälle aus der Praxis der Teilnehmer betrachtet und supervidiert.

Inhalte:

Ressourcenorientierte Gesprächsführung und Anamneseerhebung, Affekt- und Spannungsregulation, antidissoziative Interventionen, Timelinearbeit, die Bildschirmtechnik, Heilungsbriefe, Traumadynamik (Traumaviereck), Rolle des empathischen Zeu- gen. Umgang mit Übertragung und Gegenübertragung, Modell der verletzten inneren Kinder (Egostatearbeit).

Zielgruppe:

Die Fortbildung richtet sich an Pädagogen, Erzieher, Sozialpädagogen im Kontext Schule und Erziehungshilfe oder psychiatrischer Pflege sowie an Mitarbeiter aus Flüchtlingsheimen, aber auch Ärzte oder Psychologen, die sich nicht im Rahmen einer vollständigen Weiterbildung in Traumatherapie qualifizieren wollen.

Organisation / Kosten:

Das Fortbildungsprogramm umfasst 3 Blockseminare mit je 2 Seminartagen / insgesamt 6 Tage. 
Mit der Anmeldung ist die Teilnahme an allen 3 Seminaren verbindlich.

Kosten:  € 780,-- (€ 130,--  je Seminartag), zahlbar in 2 Raten zu € 290,--

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