Ressourcenorientierte Paartherapie

"Von der traumatischen in die erotische Spur"
(Zitat nach Schellenbaum)

Grundlagen und Ziele der Fortbildung

Diese Fortbildung verfolgt im Gesamtprozess konsequent das Ziel, Fachkolleginnen und –kollegen  darin zu bestärken (und Lust darauf zu machen!), Paare sowohl in ihrer Elternkooperation als auch in ihrer Partnerschaft von der Problemtrance in die Ressourcen ihres Miteinanders zu begleiten. Blockaden und Krisen werden in ihrem schöpferischen Sinn verstanden und als Entwicklungsanschub auf diesem Weg genutzt.

Damit stoßen wir gleichzeitig Wachstum für das ganze Familiensystem an und geben Hilfe und Prävention, Kinder aus missbräuchlichen, parentifizierten und unangemessenen Rollen zu befreien.

Damit der schöpferische Sprung auf diese Ebene gelingen kann, sollte die Beraterperson in der Begleitung ein höheres Energieniveau haben als das Klientensystem. Deshalb wird die Stärkung der eigenen Beraterpersönlichkeit ein wichtiger Schwerpunkt der Fortbildung sein: durch kurze Körper- und Energieübungen stärken wir den eigenen Lebensfluss, den authentischen Stand und Selbstausdruck; wir entwickeln spielerische Kraft durch Freude und Humor, und wir sorgen für sinnvolle Abgrenzung zum Schutz vor Verstrickung und Burn-out.

Eine entwicklungsorientierte systemische Sicht der Paardynamik wird integriert mit psychoanalytischen Konzepten (Kollusionsmodell, Willi, Szenisches Verstehen, Lorenzer) und neurobiologischen Forschungsergebnissen. Körperpsychotherapeutische Elemente (z. B. Bindungs- u. Differenzierungsschemata, Downing) schaffen Zugang zur unbewussten Dynamik und Ressourcenebene des Paares.

Curriculum

1. Seminar

Systemische Diagnostik des Paarkonflikts

  • Kontext des Paares,
  • Zirkularität: der "Tanz" des Paares
  • Prozess: Phase der Beziehung,
  • Bedeutung u. Sinn des "Symptoms"
  • die Sicht und das Erleben des Beobachters
  • unbewusste Regeln, Grenzen, Hierarchien etc.
  • Symptome des Kindes und verdeckter Paarkonflikt
  • Triangulationskonzept
  • Phasen der systemischen Paartherapie
  • Settingfragen und Umgang mit klaren Grenzen zwischen Elternebene und Paarebene
  • Kontraktgestaltung
  • Balance und Grenzen im Dreieck Paar - Berater/in
  • Verbale und nonverbale Interventionen, abgestimmt auf die Dynamik und Phase des Prozesses
  • Ressourcenorientierte "Hausaufgaben"
  • Triadische Selbsterfahrung, Genderbewusstsein

 2. Seminar

Entwicklungsphasen in der Paarbeziehung und Krisendynamik

  • Diagnostik des "doppelten Hakens":
  • das gemeinsame Thema auf der "Unterbühne" und der verborgene Schatz darin
  • Mehrgenerationenperspektive, Interventionen dazu in zeitlich begrenzten Settings
  • Muster würdigen, Transformation und Neuorganisation anstoßen
  • Durch Zugang zum "inneren Kind" mit ressourcenorientierten Hausaufgaben den "Lückentext" füllen
  • Arbeit mit Imagination und Körperinterventionen
  • Begleitung in mögliche Phase reiferer Integration des Paares und der Elternkompetenz
  • Umgang mit Übertragung und Gegenübertragung im Dreieck des Settings
  • Selbsterfahrung zum Genderthema aus der Mehrgenerationenperspektive im gesellschaftlichen Wandel

 3. Seminar

Bindung und Verbindlichkeit, Gegenüber sein im Umgang mit Aggression und Gewaltstrukturen

  • Psychodynamik: Liebe und Gewalt auf der inneren Bühne und im Tanz des Systems
  • Interventionen zur Deeskalation bei Gewaltimpulsen
  • Haltung und "Handwerkszeug" für faires Streiten und konstruktives Konfliktmanagement, Selbstschutz
  • Jenseits des Machtkampfs: Rituale für Paare zur Selbsthilfe für Affektabfuhr, ohne zu verletzen
  • Verständigung im Konflikt
  • "gekonnte" Aggression und Selbstvertretung
  • das Nutzen des versteckten Schatzes im Konflikt
  • Dreiecksbeziehungen
  • Sexualität und Lust
  • Authentizität und emotionale Präsenz in der Beraterrolle
  • Eigene Aggression konstruktiv für den Beratungsprozess nutzen
  • Körpererfahrung und -übungen mit Erdung und energetischem Selbstschutz

Ablauf der Weiterbildung

Die Arbeit in den Seminaren wird praxisnah gestaltet, wir arbeiten an Fallbeispielen der TN und beziehen den Prozess der Gruppe mit ein. Fließender Methodenwechsel zwischen Plenum, Kleingruppenübungen, Rollenspiel, Mikroprozessarbeit, Demonstrationsarbeit,  Gestaltarbeit, Imagination, Skulptur- und Aufstellungsarbeit, Theorieinputs zur kognitiven Integration, Körper- und Bewegungsübungen,  Selbsterfahrungseinheiten führt zu einem ganzheitlichen, erfahrungs- und handlungsorientierten Lernen im Kontinuum des Gruppenprozesses.

Zielgruppe

Die Fortbildung ist offen für alle Menschen, die beratend mit Familien, Paaren, Eltern und Kindern arbeiten.

Organisatorisches / Kosten

Das Fortbildungsprogramm umfasst 3 Blockveranstaltungen von insgesamt 15 Tagen. Mit der Anmeldung ist die Teilnahme an allen  3 Seminaren verbindlich.

Kosten:  € 2.100,-- , zahlbar in 3 Raten

Anmeldung

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