Systemische Organisationsentwicklung

Einjährige berufsbegleitende Aufbauweiterbildung zur Systemischen Organisationsentwicklerin/zum Systemischen Organisationsentwickler.

Grundlagen und Ziele der Weiterbildung

Die Weiterbildung richtet sich an systemische Berater*innen, die einen Schwerpunkt in der Begleitung und Beratung von Vereinen, Unternehmen und anderen Organisationen haben oder zukünftig in diesem Feld tätig werden wollen. Ebenso richtet sich das Angebot an Leitungskräfte, die Verantwortung für die Gestaltung und Entwicklung in einer Organisation tragen.

Grundlage der Weiterbildung sind bewährte und aktuelle systemische Ansätze der Organisations-entwicklung. Diese werden ergänzt durch weitere Konzepte und Modelle der Fach- und Prozessberatung, des Projekt- und Innovationsmanagements, der Personalentwicklung u. ä.

Mit der Weiterbildung erwerben die Teilnehmer*innen praxisorientiertes Wissen, Kompetenzen und Methoden zur Begleitung von Organisationsentwicklungsprozessen als externe Berater*innen oder als interne Verantwortliche für Veränderungsprozesse.

Struktur und Inhalte des Programms sind an den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V. (DGSF) orientiert. Für die Weiterbildung wird die Anerkennung durch die DGSF beantragt.

Curriculum

Die Weiterbildung wird insbesondere folgende Schwerpunkte haben:

  • Organisationsdiagnostik, beispielsweise Entwicklungsphasen und Wesenselemente
  • Interventionen in Organisationen als Berater*in oder Leitungskraft
  • Gestaltung ressourcen- und lösungsorientierter Veränderungsprozesse
  • Analyse-, Planungs-, Entscheidungs-, Umsetzungs- und Evaluationsprozesse
  • Methoden und Settings der Organisationsentwicklung
  • Projekt- und Selbstmanagement
  • Konflikte und Krisen in Organisationen und Entwicklungsprozessen
  • Reflexion der eigenen Rolle in der Organisation

Die Weiterbildung setzt sich zusammen aus Seminaren, Supervision, Intervision und Projektarbeit.

Die Seminare umfassen 150 Unterrichtseinheiten (UE) Theorie, Methodik und Selbsterfahrung (verteilt auf 16,5 Seminartage zu je 8 UE, 1,5 Tage Kolloquium zu je 8 UE sowie zusätzlich 6 UE Selbsterfahrung im virtuellen Teamraum)

Die Supervision umfasst 50 Unterrichtseinheiten (verteilt auf 8 Sitzungen Supervision vor Ort sowie 5 Termine zur Supervision im virtuellen Teamraum)

Das genaue Curriculum und die Termine werden im Lauf des Jahres veröffentlicht.

Alle Seminare werden durchgängig durch Peter Martin Thomas begleitet.

Das weitere Team übernimmt wechselnd die Seminar- und Supervisionsleitung.

Seminar 1 – Gruppenbildung, Grundlagen, Krisen + Blockaden (4 Tage)

Seminar 2 (2,5 Tage)

Seminar 3 (2,5 Tage)

Seminar 4 (2,5 Tage)

Seminar 5 (2,5 Tage)

Seminar 6 (2,5 Tage)

Kolloquium im Anschluss an Seminar 6 (1,5 Tage)

  • Präsentation der durchgeführten Organisationsentwicklungen
  • Präsentation des Lernprozesses der Intervisionsgruppen

Supervision (8x 5 UE)

  • Die Supervision begleitet den Lernprozess und die Projektarbeit der Teilnehmer*innen.
  • Die Supervision findet zwischen den Seminaren statt.
  • Die Leitung der Supervision wird durch die wechselnden Seminarleitungen wahrgenommen, um die Lehr- und Supervisionsprozesse optimal miteinander zu vernetzen.

Supervision (5x 2 UE) und Selbsterfahrung (3x 2 UE) im virtuellen Teamraum

  • Zusätzlich zur Supervision vor Ort finden fünf kurze Online-Supervisionen statt, insbesondere für die Bearbeitung aktueller Fragestellungen aus der Projektarbeit.
  • Drei weitere kurze Treffen im virtuellen Teamraum dienen der Selbsterfahrung im Hinblick die Veränderung von Organisationen durch die digitale Transformation.

Organisatorisches

Die Seminare finden in Hanau statt.

Die Supervisionen finden regional statt, je nach Teilnehmerzusammensetzung.
Die Organisation der Intervisionsgruppen wird von den Teilnehmer*innen in Eigenverantwortung wahrgenommen.

Die Weiterbildung umfasst insgesamt 300 Unterrichtseinheiten. Zur Erlangung des Zertifikats nach den Kriterien  der DGSF sind entsprechend folgende Voraussetzungen zu erbringen:

  • 100 Unterrichtseinheiten zur Theorie und Methodik
  • 50 Unterrichtseinheiten zur berufsfeldrelevanten Selbsterfahrung
  • 50 Unterrichtseinheiten systemische Supervision im Rahmen der Weiterbildung
  • 50 Unterrichtseinheiten Intervision in selbstorganisierten Kleingruppen
  • Durchführung eigener Organisationsentwicklungen während der Weiterbildung von insgesamt mindestens 50 Unterrichtseinheiten in direkter Projektarbeit mit Kundensystemen
  • Dokumentation der während des Weiterbildungsganges durchgeführten systemischen Organisationsentwicklungen
  • Besprechung der Dokumentation in der Lehrsupervision oder der Weiterbildung
  • Fallberichte zu mindestens zwei abgeschlossene Organisationsentwicklungsprozessen, von denen ein Prozess Interventionen in mindestens drei verschiedenen Subsystemen umfasst
  • Teilnahme am Abschlusskolloquium.

Kosten

Die Kosten für die Ausbildung betragen € 4.800,-- und werden in 4 Raten über die Dauer der Weiterbildung beglichen. Im Preis enthalten sind die Kosten für die 6 Seminare, die Lehrsupervision, die Online-Angebote (Lern Management System, virtueller Teamraum) sowie die Seminarunterlagen. Dazu kommen die Kosten für das Abschlusskolloquium und Zertifikat in Höhe von € 250,--.

Verpflegungs- und ggf. Übernachtungskosten sind darin nicht enthalten.

Zielgruppe / Zulassungskriterien

Wir wenden uns an die Absolvent*nnen unserer Weiterbildungen in systemischer Beratung und Therapie und an Kolleg*innen, die systemische bzw. familientherapeutische Qualifikationen besitzen und entsprechende Berufserfahrungen mitbringen. Zur Erlangung des Zertifikats nach den Kriterien des Dachverbandes sind folgende Eingangsvoraussetzungen definiert:

1.

Hochschulabschluss (Bachelor-, Master- und Staatsexamensabschlüsse aller Universitäten, Fachhochschulen und dualen Hochschulen)
und Praxiserfahrung als BeraterIn, TrainerIn, Führungskraft, MitarbeiterIn im Bereich „Human Resources“
und Abschluss einer DGSF-/SG-anerkannten Weiterbildung „Systemische Beratung / Therapie / Coaching / Supervision“

oder

Hochschulabschluss
und Praxiserfahrung
als BeraterIn, TrainerIn, Führungskraft, MitarbeiterIn im Bereich „Human Resources“
und Abschluss einer anderen curricular aufgebauten Weiterbildung im Spannungsfeld von Person, Rolle und Institution, Umfang mind. 300 UE von DozentInnen angeleitete Präsenzstunden,
als auch eine systemische, curricular aufgebaute Fortbildung mit einem Umfang von mind. 120 UE von DozentInnen angeleiteten Präsenzstunden

oder

ein qualifizierter Berufsabschluss (mind. 3-jährige Berufsausbildung)
und mind. 3-jährige Berufstätigkeit als BeraterIn, TrainerIn, Führungskraft, MitarbeiterIn im Bereich „Human Resources“
und Abschluss einer DGSF-/SG-anerkannten Weiterbildung „Systemische Beratung / Therapie / Coaching / Supervision“.

2.

Möglichkeit zur Umsetzung von Systemischer Organisationsentwicklung während der Weiterbildung.

Bei InteressentInnen mit anderen Voraussetzungen muss im Einzelfall geprüft werden, inwieweit eine Teilnahme (gegebenenfalls unter Verzicht auf das Zertifikat) möglich ist.

Bewerbung / Anmeldung

Wenn Sie an einem Weiterbildungskurs teilnehmen möchten, senden Sie uns bitte Ihre Bewerbung mit folgenden Unterlagen zu:

  • Tabellarischer Lebenslauf (mit Foto, persönlichen Daten, beruflichem Werdegang, Praxiserfahrungen, bisherige Aus- und Weiterbildungen etc.)
  • Motivationsschreiben max. 1 Seite (mit den Zielen, die Sie mit der Weiterbildung erreichen möchten und einer Info zu einem Praxisfeld, in dem Sie systemische Organisationsentwicklung während der Weiterbildung anwenden können)
  • Kopie Ihres Berufs- oder Studienabschlusses und Ihres Abschusszertifikats „Systemische Beratung“ oder Vergleichbares (siehe Zulassungskriterien)

Ihre Bewerbung können Sie uns per E-Mail oder Post zuschicken.

Anmeldungen sind jederzeit möglich, solange Plätze frei sind. Die Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt. Bei Fragen bezüglich der Zugangsvoraussetzung oder Eignung kommen wir auf Sie zu. 

Bei Aufnahme in die Weiterbildung erhalten Sie von uns eine schriftliche Anmeldebestätigung und den Weiterbildungsvertrag. Mit Eingang des unterzeichneten Vertrags und einer Anzahlung von € 100,-- ist Ihr Platz in der Weiterbildung fest reserviert.

15 gute Gründe, um Ihre Weiterbildung bei uns zu machen

Praxis und Theorie
Wir sind Praktiker, in ganz unterschiedlichen Praxisfeldern und mit vielfältigen Ausbildungen. Und wir treiben gleichzeitig die fachliche Entwicklung durch zahlreiche Veröffentlichungen und Mitwirkung in Buch-Projekten voran. Wir verbinden damit Theorie und Praxis und haben viele Entwicklungen im Feld angestoßen.

Methoden und Haltung
Methoden sind wichtig. Aber auch die Haltung, mit der man sie anwendet. Ressourcenblick, Respekt, Neugier, Empathie.... das sind Grundlagen, die gut gepflegt sein müssen, damit die Methoden Früchte tragen.

Vielfalt im Team
Unser Trainer kommen aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten und haben auch mehrfache berufliche Ausbildungen, so dass ein integrativer Blick auf die Problemstellungen des Alltags gewährleistet ist.

Vielfalt bei den Teilnehmenden: Gemeinsam lernen
Die WB Systemisches Arbeiten bietet Handlungskompetenz für komplexe Anforderungen in einer vernetzten Welt. Deshalb laden wir explizit Fachkräfte aus der Sozialarbeit, Pädagogik, therapeutischen Berufen, Psychologie, Personalentwicklung zu einem gemeinsamen Lernprozess ein. Um voneinander zu hören, mehr übereinander zu wissen und kreative Ideen für die Herausforderungen in unterschiedlichen Arbeitskontexten zu entwickeln.

Vielfalt in der Arbeit
Wir lehren Methoden und Haltungen für unterschiedliche Kontexte und Auftragskonstellationen, eben nicht nur klassische Beratung. Warum: Veränderungsarbeit findet für viele Klientengruppen sehr effektiv in anderen als klassischen Beratungsettings statt. Systemisches Arbeiten ist netzwerkorientiert und muss auch solche Settings aufgreifen und dafür passendes systemisches Instrumentarium bereit stellen

Spezialisierung
Für spezielle Arbeitskontexte und Herausforderungen bieten wir vielfältige Spezialisierungen an: systemische Therapie, Kinder- und Jugendtherapie, Supervision, Coaching, Führung, Trauma, Teilearbeit mit Kindern, Paar- und Sexualberatung, Einbezug körperlicher Prozesse in Beratung und Therapie.....

Kundenorientierung
Wir sind für unsere Kund*innen aktiv:
Fachtage, um das Wissen zu aktualisieren und auch über den systemischen Tellerrand zu schauen, bisher 70 Fachtage mit nahezu 5000 Teilnehmer*innen.
Fachvorträge, mit demselben Ziel, diese sind für unsere Absolvent*innen kostenlos: bisher 152 Fachvorträge mit ca 8000 Teilnehmer*innen.
Systemische Vorträge für die Öffentlichkeit, um über systemische Ansätze zu informieren und auch die Nachfrage nach systemischen Dienstleistungen zu fördern. In 5 Jahren über 50 Vorträge mit über 1500 Teilnehmer*innen

Erfahrung: über 30 Jahre
Wir besitzen mit die umfassendste Erfahrung in Systemischen Beratungsweiterbildungen. Seit 1989 gab es über 120 zweijährige Durchgänge, 110 einjährige Kompaktkurse. 65 ein bis zweijährige Qualifizierungen inhouse, für Jugendhilfeeinrichtungen, psychiatrische Kliniken, Jugendämter, etc. Mit über 3000 teilnehmenden Fachkräften, die uns ständig weiter empfehlen.

Führungsverantwortung
Ein Großteil unserer Trainer*innen hat oder hatte Führungspositionen inne. sie stehen in der Verantwortung für die Ergebnisse ihrer Organisationen und können einschätzen, welche Ansätze und Methoden in der Praxis am besten wirken.

Lernen braucht Raum
Wir brauchen eine Zeitspanne, in der wir aus der Alltagsmühle aussteigen und uns auf neues einlassen können, ausprobieren, bis es sich setzt und unser eigenes wird. Deshalb sind die meisten unserer Weiterbildungs-Workshops 3 bis 4 Tage lang.

Organisationswissen
Wir bearbeiten in der Weiterbildung systemisches Arbeiten auch organisatorische Fragestellungen, übertragen systemisches Know-how auf Organisationsfragen. Wozu? TN brauchen dieses Wissen, um ihre Arbeit im Rahmen ihrer eigenen Organisation gut verorten und gestalten zu können. Wie die eigene Organisation sich ausformt, und die Kooperation mit anderen Institutionen, beides hat unmittelbaren Einfluss auf die Qualität der Klientenarbeit. Das muss mitreflektiert und gestaltet werden.

Konfliktkompetenz
Im Unterschied zu vielen Instituten bearbeiten wir explizit auch das Thema Konflikte, und das in einem vollen Seminar! Wozu? Wer nicht nur Einzelpersonen berät oder behandelt, sondern in komplexen Systemen arbeitet, wie z.B. für soziale Arbeit typisch, muss immer wieder Konflikte verhandeln: in den Familien, im Lebensumfeld der Klienten, in den Auftrags- und Interessenkonstellationen der beteiligten Institutionen. Dafür ist ein gutes Standing und professionelle Konfliktkompetenz unerlässlich.

Digitale Transformation und Online-Beratung
Im praxis institut setzen wir uns mit der Frage auseinander, wie sich Beratung, Familien und Organisationen mit digitalen Medien verändern. Und wir integrieren ein innovatives Lern Management System, virtuelle Workshops, Web Based Trainings und Kurse zur Online-Beratung in unser Angebot.

Lernen mit Freude und in angenehmem Ambiente
Lernen braucht gute Lernorte: Wir bieten Lernkontexte, in denen unsere TeilnehmerInnen Freude und Kompetenz erleben und in Ihrer persönlichen und fachlichen Entwicklung begleitet werden. Der Rahmen ist uns wichtig: schöne Räume, Kunstobjekte, Pausengestaltung; was das Arbeiten angenehm macht. Bewegungs- und intuitive Übungen ermöglichen das Lernen mit allen Sinnen.

Fachpolitisches Engagement
Wir engagieren uns in der DGSF, Rainer Schwing war fünf Jahre als zweiter Vorsitzender tätig und viele Jahre im Fort- und Weiterbildungsausschuss, Peter Martin Thomas arbeitet im Fort- und Weiterbildungsausschuss. Außerdem wirken wir immer wieder in Fachtagungen und Gremien mit.

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Das Bundesprogramm Bildungsprämie wird vom  Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.