Systemisches Arbeiten in der Schule - kompakt

In Anlehnung an unsere bewährte und viel angefragte einjährige Kompakt-Fortbildung bieten wir diese Fortbildung passgenau für alle Berufsgruppen aus dem Kontext Schule an.

Die Fortbildung wurde unter der Nummer 5094-25-0657/18 vom  Thüringer Schulportal als Lehrer*innen-Fortbildung anerkannt.

Dies hat zur Folge, dass teilnehmende  Lehrer*innen mit dem Besuch der Fortbildung ihrer Weiterbildungsverpflichtung nachkommen. Eine Freistellung vom Unterricht muss zudem erteilt werden. Es liegt in dem Ermessen der jeweiligen  Schulleitung, ob sie zu Lasten des Fortbildungsbudgets die Kosten der Fortbildung ganz oder anteilig übernimmt.

Grundlagen und Ziele der Fortbildung

Schule ist ein Ort großer Vielfalt und hoher Komplexität. Sie ist Schnittstelle der Systeme von Schüler*innen, deren Eltern und den in Schule tätigen Personen. Damit bündeln sich in ihr unterschiedliche Erwartungen, persönliche Hoffnungen, Wertvorstellungen sowie verschiedene Aufgabenbereiche und Rollenzuschreibungen. Im Schulalltag ergeben sich hieraus häufig herausfordernde Situationen, sowohl im Unterricht als auch in darüberhinausgehenden Gesprächs- und Interaktionssituationen, z.B. Konferenzen, Lehrer-Elterngespräche, Personalentwicklungsgespräche. Die familiäre (Lern-)umgebung der Schüler*innen ergänzt diese schulinterne Welt. Damit wird Schule zu einem Ort, der den Alltag aller Beteiligten häufig über den eigentlichen Ort 'Schule' hinaus beeinflusst und prägt.

In diesem komplexen Arbeitsfeld leistet der systemische Beratungsansatz mit seinem Blick für die Bedeutung von Wechselwirklungen zwischenmenschlicher Interaktionen sowie den zugrundeliegenden Haltungen der Lösungs- und Ressourcenorientierung einen wertvollen Beitrag. Gerade der Perspektivwechsel - weg von der Defizitbetrachtung hin zu den Ressourcen und Lösungen - schafft Raum für Entlastung und größere Zufriedenheit, sowohl für die in Schule Arbeitenden als auch für Schüler*innen und deren Eltern. Ziel der Fortbildung ist die dem systemischen Arbeiten zugrundeliegenden Haltungen und Methoden auf den schulischen Kontext anzuwenden.

Dabei beziehen sich die Trainer*innen vor allem auf Praxisbeispiele der Teilnehmer*innen. Zudem wird der Transfer der Lerninhalte in den Berufsalltag der Teilnehmer*innen durch die begleitete Umsetzung eines Projektes in der eigenen Schule vertieft.

Die Trainerinnen verfügen über langjährige Lehr- und Praxiserfahrungen im schulischen Kontext:

Dr. Anke Holl, Lehr- und Leitungserfahrung an allgemeinbildenden Schulen, systemische Beraterin (DGSF), Lehrende für systemisches Arbeiten (DGSG), Prof. Dr. Daniela Sauer, Lehr- und Leitungserfahrung in Hochschule, langjährige Erfahrungen in der Lehreraus- und -fortbildungen, systemische Beraterin (DGSF)

Am Ende der Fortbildung verfügen die Teilnehmer*innen in der Regel über folgende Kompetenzen und Fertigkeiten:

  • Sie können knifflige Situationen systemisch analysieren, Distanz zu Problemen gewinnen, neue Perspektiven und zielführende Hypothesen entwickeln und diese in ihrem Handeln umsetzen.
  • Sie setzen im Umgang mit Schüler*innen, Eltern sowie Kolleg*innen die systemischen Grundhaltungen von Respekt, Neugier, Offenheit ein und sind kreativ und konsequent im Suchen von möglichen Lösungen.
  • Sie können in schulischen Gesprächen und Konferenzen eine gute Atmosphäre und vertrauensvolle Beziehung aufbauen sowie Aufträge und Ziele klären.
  • Sie vermögen auch schwierige Gespräche durch die Anwendung systemischer Gesprächsführung zu guten und gemeinsamen Lösungen zu führen.
  • Sie kennen ihre eigenen Automatismen im Denken, Fühlen und Handeln und können achtsamer mit sich und anderen umgehen.

Ablauf der Fortbildung

Aufbau und Ablauf der Fortbildung

Die Seminare finden in der Regel am ersten Seminartag von 15.00 - 19.00 Uhr und zweiten Seminartag von 9.00 - 16.00 Uhr statt, um auch berufstätigen Interessenten die Teilnahme zu ermöglichen. Das Lernen findet sehr praxisorientiert anhand von Fallbeispielen statt. Regelmäßige Übungssequenzen ermöglichen das Ausprobieren und Festigen des Gelernten, Einheiten zur Selbsterfahrung helfen sich selbst und den eigenen Beitrag zum Scheitern oder zum Erfolg besser zu verstehen.

Curriculum

1. Block: Systemische Grundlagen, Kontakte und Beziehungen aufbauen

Geschichte und Grundlagen des systemischen Ansatzes, kommunikationspsychologische Grundlagen, Bedeutung der Beziehungsgestaltung für verschiedene schulische Settings, Gesprächseröffnung und Zielklärung.

2. Block: Schule als System – Systemisch in Schule

Auftrag und Funktionen von und in Schule; Rollen- und Auftragsklärung; Spezifika schulischer Handlungsspielräume wahrnehmen und gestalten;  Rolle von Gesprächen in Schule; die Bedeutung schulischer Organisationsstrukturen für die eigene schulische Praxis

3. Block: Systemische Gesprächsführung in Schule und Unterricht

Unterschiedliche Gesprächsanlässe wahrnehmen, Gesprächssettings mit Schüler*innen, Eltern, Kolleg*innen systemisch gestalten, lösungsorientierte Gespräche mit Schüler*innen, Eltern und Kolleg*innen, Fragetechniken, Reframing, aktivierende Methoden, Veränderungsprozesse

4. Block: Feedback in Schule und Unterricht

Lernentwicklungsgespräche, Personalentwicklungsgespräche, allgemeine Feedbackgespräche, Elternabenden und Konferenzen konstruktiv gestalten

5. Block: Konflikte klären und lösen

Lösungsorientierte Arbeit mit Konflikten, konstruktives Verhandeln und Win-Win-Ergebnisse anstreben, Einblicke zum anderen Umgang mit Krisen, Rückschlägen und schwierigen Situationen gewinnen 

6. Block: Gesundheit und Achtsamkeit in der Schule 

Die eigenen Rollen, Haltungen und Verhaltensmuster im Kontext der Organisation Schule wahrnehmen,  Stresssituationen sowie innere und äußere Erwartungen erkennen

Organisatorisches / Kosten

Die Fortbildung dauert ca. 12 Monate. Sie umfasst 6 Blockseminare mit je 1,5 Seminartagen sowie 5 Peergruppentreffen à 4 Unterrichtsstunden und etwa 8 Unterrichtsstunden Literaturarbeit.

Diese zählen zu den insgesamt 100 Unterrichtsstunden, die wir in einer Teilnahmebescheinigung bestätigen. 

Wenn  zusätzlich eine Systembeschreibung und -analyse aus dem eigenen beruflichen Feld erstellt wurde, erstellen wir eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung.

Wenn sich Absolventen der Kompaktkurse für unsere zweijährige Weiterbildung „Systemisches Arbeiten“ anmelden, werden 4,5 Tage angerechnet und wir gewähren einen Preisnachlass in Höhe von € 600,--.

Kosten: Die Fortbildung kostet € 990,-- (inkl. Seminarunterlagen).
Wir bieten einige begrenzte Plätze für eine ermäßigte Gebühr von € 495,-- an. Dieses stark subventionierte Angebot gilt nur für Vollzeit-Studierende, die über kein eigenes Einkommen verfügen (max. Minijob) bzw. Arbeitssuchende.

Zielgruppe

Die Fortbildung Systemisches Arbeiten in der Schule - kompakt richtet sich speziell an alle, die Lust und Interesse haben, die systemische Haltung und Methoden kennenzulernen und ihr Handlungsrepertoire durch intensive Trainings- und Reflexionsphasen zu erweitern, z.B.:

  • Lehrkräfte
  • Schulleiterinnen und Schulleiter
  • Beratungslehrkräfte
  • Schulpsychologinnen und -psychologen
  • Jugendsozialarbeiter an Schulen/Schulsozialarbeiter
  • Lehramtsstudierende höherer Semester

Anmeldung

Sie können sich direkt über unsere Internetseite anmelden. Unter dem Menüpunkt Termine | Orte finden Sie alle Veranstaltungen.

Stimmen von Teilnehmer*innen

"Die Fortbildung "Systemische und lösungsorientierte Beratung kompakt" ist eine bereichernde, gut strukturierte und vielfältige Fortbildungsmöglichkeit, die auch für Lehrkräfte möglich ist, da sie außerhalb der Unterrichtszeiten liegt. Die Module bieten vielfältiges Handwerkszeug, um einen bunten Koffer mit einer großen Anzahl von Methoden und Techniken zu packen. Sehr gelungen ist auch die abwechslungsreiche Gestaltung der Fortbildungsmodule mit ausgewogenen Theorieanteilen, Gruppenarbeiten und Rollenspielen im Plenum. Die Referenten sind kompetent und erfahren - der Teilnehmerkreis war ein sehr fröhlich-angenehmer. Im Gesamt geblickt war dies eine gelungene und gewinnbringende Weiterbildung - mit Blick auf den beruflichen Kontext, aber auch mit persönlichem Tiefgang (wie z.B. die Reflexion und Veränderung der eigenen Haltung). Sie ist sehr motivierend sich weiter damit auseinanderzusetzen, auszuprobieren und anzuwenden. Sehr empfehlenswert! Ein herzliches Dankeschön nochmal in dieser Form und an dieser Stelle." 

Kerstin Kragl (Schulleiterin) 


"In diesen fünf Fortbildungsblöcken habe ich viele neue Erkenntnisse gewinnen können. Besonders eindringlich gelang dies immer wieder durch die Demonstration, in Kombination und im Wechsel mit der eigenen praktischen Übung. Durch dieses „Selber Tun“ wurde Gehörtes zur Erfahrung. Damit wurden die Ergebnisse noch vertieft. Am eigenen Leib zu erfahren wie es ist nach Ressourcen zu forschen oder unerwartete Effekte einer neuen Sichtweise zu erleben ist für mich eine kostbare Erkenntnis. Das Kennenlernen vieler neuer strukturierender Methoden, die zugleich ein erstes Mal geübt wurden, wie auch die veränderte Sicht im Umgang mit der eigenen Haltung im Gespräch sind sowohl beruflich, als auch persönlich ein Gewinn." 

Helga Pöschl (Heilpädagogin im Fachdienst für Einzelintegration)

15 gute Gründe, um Ihre Weiterbildung bei uns zu machen

Praxis und Theorie
Wir sind Praktiker, in ganz unterschiedlichen Praxisfeldern und mit vielfältigen Ausbildungen. Und wir treiben gleichzeitig die fachliche Entwicklung durch zahlreiche Veröffentlichungen und Mitwirkung in Buch-Projekten voran. Wir verbinden damit Theorie und Praxis und haben viele Entwicklungen im Feld angestoßen.

Methoden und Haltung
Methoden sind wichtig. Aber auch die Haltung, mit der man sie anwendet. Ressourcenblick, Respekt, Neugier, Empathie.... das sind Grundlagen, die gut gepflegt sein müssen, damit die Methoden Früchte tragen.

Vielfalt im Team
Unser Trainer kommen aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten und haben auch mehrfache berufliche Ausbildungen, so dass ein integrativer Blick auf die Problemstellungen des Alltags gewährleistet ist.

Vielfalt bei den Teilnehmenden: Gemeinsam lernen
Die WB Systemisches Arbeiten bietet Handlungskompetenz für komplexe Anforderungen in einer vernetzten Welt. Deshalb laden wir explizit Fachkräfte aus der Sozialarbeit, Pädagogik, therapeutischen Berufen, Psychologie, Personalentwicklung zu einem gemeinsamen Lernprozess ein. Um voneinander zu hören, mehr übereinander zu wissen und kreative Ideen für die Herausforderungen in unterschiedlichen Arbeitskontexten zu entwickeln.

Vielfalt in der Arbeit
Wir lehren Methoden und Haltungen für unterschiedliche Kontexte und Auftragskonstellationen, eben nicht nur klassische Beratung. Warum: Veränderungsarbeit findet für viele Klientengruppen sehr effektiv in anderen als klassischen Beratungsettings statt. Systemisches Arbeiten ist netzwerkorientiert und muss auch solche Settings aufgreifen und dafür passendes systemisches Instrumentarium bereit stellen

Spezialisierung
Für spezielle Arbeitskontexte und Herausforderungen bieten wir vielfältige Spezialisierungen an: systemische Therapie, Kinder- und Jugendtherapie, Supervision, Coaching, Führung, Trauma, Teilearbeit mit Kindern, Paar- und Sexualberatung, Einbezug körperlicher Prozesse in Beratung und Therapie.....

Kundenorientierung
Wir sind für unsere Kund*innen aktiv:
Fachtage, um das Wissen zu aktualisieren und auch über den systemischen Tellerrand zu schauen, bisher 70 Fachtage mit nahezu 5000 Teilnehmer*innen.
Fachvorträge, mit demselben Ziel, diese sind für unsere Absolvent*innen kostenlos: bisher 152 Fachvorträge mit ca 8000 Teilnehmer*innen.
Systemische Vorträge für die Öffentlichkeit, um über systemische Ansätze zu informieren und auch die Nachfrage nach systemischen Dienstleistungen zu fördern. In 5 Jahren über 50 Vorträge mit über 1500 Teilnehmer*innen

Erfahrung: über 30 Jahre
Wir besitzen mit die umfassendste Erfahrung in Systemischen Beratungsweiterbildungen. Seit 1989 gab es über 120 zweijährige Durchgänge, 110 einjährige Kompaktkurse. 65 ein bis zweijährige Qualifizierungen inhouse, für Jugendhilfeeinrichtungen, psychiatrische Kliniken, Jugendämter, etc. Mit über 3000 teilnehmenden Fachkräften, die uns ständig weiter empfehlen.

Führungsverantwortung
Ein Großteil unserer Trainer*innen hat oder hatte Führungspositionen inne. sie stehen in der Verantwortung für die Ergebnisse ihrer Organisationen und können einschätzen, welche Ansätze und Methoden in der Praxis am besten wirken.

Lernen braucht Raum
Wir brauchen eine Zeitspanne, in der wir aus der Alltagsmühle aussteigen und uns auf neues einlassen können, ausprobieren, bis es sich setzt und unser eigenes wird. Deshalb sind die meisten unserer Weiterbildungs-Workshops 3 bis 4 Tage lang.

Organisationswissen
Wir bearbeiten in der Weiterbildung systemisches Arbeiten auch organisatorische Fragestellungen, übertragen systemisches Know-how auf Organisationsfragen. Wozu? TN brauchen dieses Wissen, um ihre Arbeit im Rahmen ihrer eigenen Organisation gut verorten und gestalten zu können. Wie die eigene Organisation sich ausformt, und die Kooperation mit anderen Institutionen, beides hat unmittelbaren Einfluss auf die Qualität der Klientenarbeit. Das muss mitreflektiert und gestaltet werden.

Konfliktkompetenz
Im Unterschied zu vielen Instituten bearbeiten wir explizit auch das Thema Konflikte, und das in einem vollen Seminar! Wozu? Wer nicht nur Einzelpersonen berät oder behandelt, sondern in komplexen Systemen arbeitet, wie z.B. für soziale Arbeit typisch, muss immer wieder Konflikte verhandeln: in den Familien, im Lebensumfeld der Klienten, in den Auftrags- und Interessenkonstellationen der beteiligten Institutionen. Dafür ist ein gutes Standing und professionelle Konfliktkompetenz unerlässlich.

Digitale Transformation und Online-Beratung
Im praxis institut setzen wir uns mit der Frage auseinander, wie sich Beratung, Familien und Organisationen mit digitalen Medien verändern. Und wir integrieren ein innovatives Lern Management System, virtuelle Workshops, Web Based Trainings und Kurse zur Online-Beratung in unser Angebot.

Lernen mit Freude und in angenehmem Ambiente
Lernen braucht gute Lernorte: Wir bieten Lernkontexte, in denen unsere TeilnehmerInnen Freude und Kompetenz erleben und in Ihrer persönlichen und fachlichen Entwicklung begleitet werden. Der Rahmen ist uns wichtig: schöne Räume, Kunstobjekte, Pausengestaltung; was das Arbeiten angenehm macht. Bewegungs- und intuitive Übungen ermöglichen das Lernen mit allen Sinnen.

Fachpolitisches Engagement
Wir engagieren uns in der DGSF, Rainer Schwing war fünf Jahre als zweiter Vorsitzender tätig und viele Jahre im Fort- und Weiterbildungsausschuss, Peter Martin Thomas arbeitet im Fort- und Weiterbildungsausschuss. Außerdem wirken wir immer wieder in Fachtagungen und Gremien mit.

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Das Bundesprogramm Bildungsprämie wird vom  Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.