Systemische Arbeit mit komplex traumatisierten Menschen (Verlust, Deprivation, Gewalt und Missbrauch)

Aufbauweiterbildung für Fachkräfte mit Grundkenntnissen im Bereich der Traumapädagogik und/oder Traumatherapie

Wozu diese Weiterbildung?

Wir möchten Kollegen weiterbilden, die in ihren Arbeitsfeldern mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit extrem belastenden Erlebnissen arbeiten. Es werden Grundkenntnisse im Bereich der Traumapädagogik und/ oder Traumatherapie vorausgesetzt, wie sie beispielsweise im Curriculum von Marika Eidmann und Andrea Iff- Kamm gelehrt werden. Eine abgeschlossene Beratungsausbildung ist von Vorteil.

Wer sind wir?

Dipl.-Psychologe Franco Biondi und Dipl.-Psychologin Inge Liebel-Fryszer.
Wir beschäftigen uns seit Jahren intensiv mit dem Thema Trauma (u. a. Reddemann, Nijenhuis, Hypnotherapie, EMdR) und arbeiten beide seit vielen Jahren mit schwer traumatisierten Menschen u. a. psychotherapeutisch. In unterschiedlichen sozialpädagogischen Feldern treffen Kollegen auf komplex traumatisierte Menschen und unterstützen diese erfolgreich. Wir möchten unser Handwerkszeug interessierten Kollegen zur Verfügung stellen.

Was sind die Inhalte der Weiterbildung ?

1. Theoretische Grundlagen des Trauma als strukturelle Dissoziation der Persönlichkeit 

  • Bindung und früher Mangel, Missbrauch und/oder Gewalt, 
  • Die Entwicklung der Selbststeuerung und die Funktion der Dissoziation. 
  • Arousals und Arousalzonen (Hypo-, Hyper- und Zone des optimalen Arousals) 
  • Die Handlungssysteme des Organismus (Verteidigung, Bindung, Erforschung, Spiel, Soziabilität, Energieregulierung) 
  • Die Handlungssysteme und Dissoziation 

2. Formen der strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit und Folgen

  • Die Herausbildung von "Anscheinend normalen" (ANP) und "emotionalen" (EP) Persönlicheitsanteilen 
  • Primäre, sekundäre und tertiäre Dissoziation der Persönlichkeit 
  • Die Sprache der Ersatzhandlungen, Kompensation und der Symptome verstehen und damit arbeiten. 
  • Dissoziierte Bindungsmuster und intergenerationelle Weitergabe traumatischer Erfahrungen. 


3. Umgangsprinzipien und Techniken zur Behandlung für die strukturelle Dissoziation der Persönlichkeit

  • Lösungsorientiertes Arbeiten über die Aktivierung der Neugier-, Explorations- und Spielhandlungssysteme 
  • Entwicklung somatischer, emotionaler und mentaler Ressourcen für die Stabilisierung und Ausbau sozialer Ressourcen 
  • Beziehungsgestaltung mit den Klienten (Aktivierung des Bindungssystems) 
  • Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen und Traumaarbeit und integrative Kapazität 
  • Die sensumotorische, emotionale und kognitive Dimension in der Beratung (anhand des BASK-Modells nach Brown) 
  • Die Technik des Tracking und des Lesens der Körperempfindungen und Emotionen (Beobachtung und Versprachlichung) 
  • Pacing und Leading und Sinnesmodalitäten 
  • Systemische Aktionsmethoden; Genogrammarbeit u.a. bei intergenerationeller Traumatisierung 
  • Selbstreflexion der Helfer (Wahrnehmung eigener emotionaler Prozesse schulen und nutzen)

Umfang der Weiterbildung

Das Fortbildungsprogramm umfasst 4 Blockseminare mit je 3 Seminartagen / insgesamt 12 Tage, davon 4x3 Stunden Fallsupervision in Halbgruppen (integriert in das Seminar).

Mit der Anmeldung ist die Teilnahme an allen 4 Seminaren verbindlich.

Das Buch für die
systemische Praxis

Das Methodenhandbuch von Rainer Schwing und Andreas Fryszer...

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Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie

Akkreditiertes Weiterbildungsinstitut

European Association of Family Therapy (EFTA)

praxis institut für systemische beratung süd ist Mitglied der European Association of Family Therapy (EFTA)

Mitgliedschaften und Akkreditierungen