06181/25 30 03 | Kontakt | FAQ

Sie sind hier:  praxis institut südFachvorträge  Erschöpfte Sorgearbeitende – Care Revolution als Perspektive | ONLINE

Erschöpfte Sorgearbeitende – Care Revolution als Perspektive | ONLINE

Datum: 16.03.2021 | Ort: Online | Kursnummer: FV21_N01 | Kosten: 15 Euro | Kursleitung: Prof. Dr. Gabriele Winker

Viele Menschen geraten an die Grenzen ihrer Kräfte. Sie erleben, wie die Anforderungen von Beruf, Haushalt und die Sorge für Kinder und unterstützungsbedürftige Erwachsene zu wenig Zeit für Selbstsorge und Muße lassen. Dies gilt insbesondere für viele Care-Beschäftigte, die beruflich Menschen beraten, pflegen oder heilen und dabei erfahren, dass sie trotz hohem Engagement den Betreuten nicht umfassend gerecht werden können. Sie alle geben sich oftmals selbst die Schuld für all den Stress. Von falschem Zeitmanagement, fehlender Flexibilität und zu geringer Belastbarkeit ist dann die Rede.

Was häufig als individuelles Versagen wahrgenommen wird, ist allerdings die Folge politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen. Durch Privatisierungen im Gesundheits- und Altenpflegebereich, Ökonomisierung der Bildungslandschaft und der Sozialen Arbeit sowie neoliberale familienpolitische Regulierungen entsteht ein Mehr an Sorgearbeit in den Familien bei gleichzeitig erhöhter Erwerbsquote von Frauen und zunehmender beruflicher Arbeitszeitflexibilisierung.

Die Referentin wird verdeutlichen, wie die alltägliche Überbeanspruchung mit der systemischen Unfähigkeit des Kapitalismus verknüpft ist, die Ökonomie auf menschliche Bedürfnisse auszurichten. Sie plädiert deswegen für einen grundlegenden Perspektivwechsel. In der Strategie der Care Revolution steht die entlohnte und die familiäre Sorgearbeit im Zentrum gesellschaftlicher Transformation. Ziel ist eine solidarische Gesellschaft, die nicht mehr Profitmaximierung, sondern menschliche Bedürfnisse ins Zentrum stellt.

Ihre Gedanken sind ausführlich nachzulesen in ihrem 2015 erschienenen Buch "Care Revolution. Schritte in eine solidarische Gesellschaft". Eine knappe Einführung ist in einem zwölfminütigen Video zu finden: www.youtube.com/watch.

Dr. Gabriele Winker ist Professorin für Arbeitswissenschaft und Gender Studies an der TU Hamburg und dort Leiterin der Forschungsgruppe Arbeit-Gender-Technik. Ihr Interesse gilt feministischen, intersektionalen und polit-ökonomischen Theorieansätzen. Sie ist Mitbegründerin des Feministischen Instituts Hamburg (www.feministisches-institut.de).

Seit einigen Jahren beschäftigt sie sich mit den Auswirkungen neoliberaler Strategien auf alltägliche Sorgearbeit im beruflichen, familiären und ehrenamtlichen Bereich. Ihr ist es ein Anliegen, gesellschaftliche Prozesse der Diskriminierung im Bereich der Care-Arbeit zu analysieren, um daraus Ansatzpunkte für kollektives Handeln abzuleiten, so dass zukünftig alle Menschen sozial und finanziell abgesichert ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche verwirklichen können.

Sie ist im Netzwerk Care Revolution (www.care-revolution.org) aktiv, einem bundesweiten Zusammenschluss von Initiativen und Organisationen, die sich für bessere Rahmenbedingungen im Bereich der unbezahlten und bezahlten Sorgearbeit einsetzen. 

Der Vortrag ist offen für alle Interessierten; für die TeilnehmerInnen und AbsolventInnen unserer Weiterbildungsprogramme ist er kostenfrei: als kleines Dankeschön und als Gelegenheit, weiterhin den Kontakt zu pflegen. Um planen zu können, bitten wir um schriftliche Anmeldung.

Zeit:
19:00 - 21:00 Uhr

Ort: 
Der Vortrag wird online angeboten, die Teilnehmer*innen erhalten rechtzeitig den Zugangslink.

Max. TN-Zahl:
Unsere Fachvorträge richten sich an ein größeres Publikum, d.h. die maximale Teilnehmerzahl ist abhängig von den Räumlichkeiten.


Prof. Dr. Gabriele Winker

Sozialwissenschaftlerin

Von 2003 bis 2019 als Professorin für Arbeitswissenschaft und Gender Studies an der TU Hamburg-Harburg tätig und leitete dort die Forschungsgruppe Arbeit - Gender - Technik. Ihr Interesse gilt feministischen, intersektionalen und polit-ökonomischen Theorieansätzen. Sie ist Mitbegründerin des Feministischen Instituts Hamburg (www.feministisches-institut.de). Seit einigen Jahren beschäftigt sie sich mit den Auswirkungen neoliberaler Strategien auf alltägliche Sorgearbeit im beruflichen, familiären und ehrenamtlichen Bereich. Ihr ist es ein Anliegen, gesellschaftliche Prozesse der Diskriminierung im Bereich der Care-Arbeit zu analysieren, um daraus Ansatzpunkte für kollektives Handeln abzuleiten, so dass zukünftig alle Menschen sozial und finanziell abgesichert ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche verwirklichen können. Sie ist im Netzwerk Care Revolution (www.care-revolution.org) aktiv, einem bundesweiten Zusammenschluss von Initiativen und Organisationen, die sich für bessere Rahmenbedingungen im Bereich der unbezahlten und bezahlten Sorgearbeit einsetzen.



Zurück

PDF des Inhalts dieser Seite