Systemisches Arbeiten in Sozialarbeit, Pädagogik, Beratung und Therapie

Berufsbegleitende Weiter- und Zusatzausbildung zur systemischen Beraterin | zum systemischen Berater.  

Die Weiterbildung ist anerkannt durch die Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF e.V.).

Grundlagen und Ziele der Weiterbildung

Grundlage der Weiterbildung ist ein systemischer Denk- und Handlungsansatz, wie er im Bereich der Familientherapie entwickelt wurde und seither in verschiedenen sozialen Arbeitsfeldern angewandt wird. In diesem Ansatz wird der Mensch, seine Umgebung und seine Beziehungen als Ganzheit gesehen. Das führt dazu, dass der Ursprung einer Störung nicht mehr vorrangig im Individuum lokalisiert wird, sondern das soziale Beziehungsnetz der Klienten wird in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt.

Familien, Gruppen, Institutionen und Teams sind somit lebendige Systeme, die sich sowohl in ihrer Arbeitsfähigkeit, als auch in ihren Blockierungen und Störungen nach systemischen Regeln entwickeln. Probleme und Störungen werden als Kompromisse bzw. Lösungsversuche in Konfliktbereichen verstanden, die innerhalb des Systems bisher nicht produktiver zu lösen waren. Unser Ansatz des systemischen Arbeitens zielt darauf ab, Störungen auch in ihrem Sinn zu verstehen („reframing“), die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und zu stärken (Hilfe zur Selbsthilfe), um neue, produktivere Lösungen zu entwickeln (Lösungsorientierung).

Die Weiterbildung soll die einzelnen Teilnehmer befähigen

• Zusammenhänge in Beziehungsnetzen zu erkennen (Systembeobachtung)
• diese zu verstehen (ganzheitliche Systemanalyse)
• auf produktive Veränderungen hin zu wirken (effektive Systemintervention)
• die eigenen Kräfte ökonomisch einzusetzen und mit Grenzen besser umzugehen (Effizienz und Psychohygiene).

 Wir bieten mit dieser Weiterbildung keine  Familientherapieausbildung im engeren Sinn an, sondern vermitteln systemische Denk- und Handlungsansätze, die spezifisch auf die soziale und pädagogische Arbeit mit Gruppen, Familien, Teams und Einzelnen zugeschnitten sind.

Seit 20 Jahren führen wir dieses Konzept mit sehr guten Rückmeldungen durch, in über 60 Weiterbildungsgängen haben mehr als 1200 TeilnehmerInnen den Abschluss erhalten. 12 mal wurde das Programm als In-House-Qualifizierung für Jugendhilfeeinrichtungen und andere Organisationen durchgeführt.

Wir nutzen Methoden aus der Familientherapie und aus anderen systemischen und lösungsorientierten Beratungsansätzen und übertragen diese in sinnvoller Weise auf die verschiedenen Arbeitsfelder. Wir suchen bewusst die Vielfalt, um interdisziplinäres Lernen zu ermöglichen und den Blick über den Tellerrand der eigenen Spezialisierung zu richten.

Neben der Vermittlung und Einübung verschiedener Methoden wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Reflektion des institutionellen Kontextes, seiner Möglichkeiten und Grenzen, gelegt. Ebenso werden Gruppenprozesse und deren Auswirkungen auf die einzelnen Mitglieder reflektiert. Durch familienorientierte Selbsterfahrung erhalten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich mit der eigenen Herkunftsfamilie zu befassen, um damit die eigene Person im systemischen Kontext als wichtigstes „Werkzeug“ nutzen zu können.

Ablauf der Weiterbildung

Die Weiterbildung ist aufgegliedert in 7 Blockseminare (jeweils 4 - 5 Tage) mit insgesamt 30 Tagen und erstreckt sich auf einen Zeitraum von etwa zwei Jahren. Begleitend finden 19 Tage Supervisionssitzungen statt.

In der Supervision werden anhand von konkreten Fallbesprechungen die Themen der Seminare vertieft. Die TeilnehmerInnen werden dabei unterstützt, die in den Seminaren angeeigneten Inhalte in ihren Arbeitsfeldern anzuwenden.

Die weitere Vertiefung der einzelnen Lerninhalte sowie begleitendes Literaturstudium wird von den TeilnehmerInnen selbständig in  Kleingruppen (3 bis 5 Personen) geleistet. Die Gruppen treffen sich regelmäßig für insgesamt 80 Stunden und sind fester Bestandteil der Weiterbildung.

Die Weiterbildung schließt mit einer praxisorientierten Abschlussarbeit und einem Projekttag  ab. 70 Stunden eigene Beratungspraxis und drei dokumentierte Beratungsprozesse müssen für das Zertifikat nachgewiesen werden. Das Abschlusszertifikat bescheinigt die Befähigung zur eigenständigen systemischen Beratung. Mit dem Zertifikat können die Absolventen die Anerkennung als systemische BeraterIn durch die DGSF e.V. erhalten.

Organisatorisches

Die Teilnehmerzahl pro Ausbildungsgang ist auf 22 TeilnehmerInnen begrenzt. Die Supervisionen finden in zwei Gruppen nach regionalen Schwerpunkten statt. Die SupervisorInnen wechseln nach einem Jahr, so dass die TeilnehmerInnen verschiedene systemische Arbeitsstile für ihren Lernprozess nutzen können.

Bei den Seminaren sorgen die TeilnehmerInnen selbst für ihre Unterkunft. Das  4. Seminar findet in einer externen Bildungsstätte mit Übernachtung statt. Die Übernachtungskosten sind nicht im Gesamtpreis enthalten. Die Supervisionsgruppen werden regional zusammengestellt und treffen sich - wo möglich - in den Einrichtungen der TeilnehmerInnen. Insgesamt finden 30 Seminartage (zusammen 250 Unterrichtsstunden) und 19 Supervisionstage (ebenfalls jeweils 8 Unterrichtsstunden, zusammen 152 Stunden) statt.

Die Seminarblöcke sind nach dem Niedersächsischen Bildungsurlaubsgesetz als Bildungsurlaub anerkannt.

Kosten

Die Kosten für die Ausbildung betragen €  100,- je Seminar- oder Supervisionstag; dies ergibt  einen Gesamtpreis von €  4.900,- , zuzüglich der  Kolloquiums-und Zertifikatsgebühren von € 150,-. Die Kosten werden in 8 Raten über die Dauer der Ausbildung von zwei Jahren beglichen . Für die Weiterbildung in Dresden/Leipzig haben wir entsprechend den Einkommensverhältnissen einen Preis von € 4.312,-, zuzüglich der  Kolloquiums- und Zertifikatsgebühren von € 150,-. festgelegt. Die Übernachtungskosten für das 4. Seminar sind im Gesamtpreis nicht enthalten.

Zielgruppe

Zugelassen sind SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen, Diplom-PsychologInnen und -PädagogInnen, Ärzte/innen, LehrerInnen, und Fachkräfte mit vergleichbarer Ausbildung oder einer  Berufstätigkeit, die soziale und methodische Kompetenzen für Beratungs- und Führungsaufgaben erfordert.

Termine, Orte und Anmeldebedingungen

Die aktuellen Starttermine, Orte (Hannover, Dortmund und Dresden/Leipzig) und Anmeldebedingungen der Weiterbildung erhalten Sie unter dem Menüpunkt: Termine|Orte.

Einführungsworkshops

Wer uns und unsere Arbeit vor der Anmeldung für eine Weiterbildung kennen lernen möchte, kann an einem Einführungsworkshop teilnehmen. Er dauert 4 Stunden und ist kostenfrei. Neben Informationen zu Konzept und Inhalten der Weiterbildung wird an einem Fall gearbeitet, um unsere Arbeitsweise praktisch erfahrbar zu machen.

Anmeldung

Wenn Sie an einem Weiterbildungskurs teilnehmen möchten, melden sich sich an und senden Sie uns bitte Ihre Bewerbung (max. 2 Seiten) mit Lichtbild und
folgenden Angaben:

  • Persönliche Daten (Alter, Familienstand)
  • beruflicher Werdegang, Praxiserfahrung
  • bisherige Aus- und Weiterbildungen
  • derzeitige Tätigkeit
  • Ihre Ziele, die sie mit der Weiterbildung erreichen möchten


Die Anmeldung für einen Kurs kann per E-Mail, Post oder direkt hier über unsere Internetseite erfolgen.

Über die Aufnahme in die Weiterbildung werden Sie von uns informiert und erhalten gleichzeitig den Weiterbildungsvertrag. Mit Eingang des unterzeichneten Vertrags und einer Anzahlung von 100€ ist Ihr Platz in der Weiterbildung fest reserviert.

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Das Buch zur Ausbildung

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