
David Safier
rororo Taschenbuch 2009 (19. Aufl.)
„Ich sah das Licht.
Es wurde immer heller...
Es umhüllte mich.
Sanft.
Warm.
Liebevoll.
Ich umarmte es und ging darin auf.....“
Was uns nach dem Tod erwarten kann, erfahren wir in diesem wunderschönen und wunderbar komischen Märchen von David Safier.
Die Vermarktung lässt nichts gutes erwarten: BILD findet das Buch „superwitzig und schräg“, Brigitte „irre“ und Max „ungemein witzig und hinreißend albern“, der Autor wird als Drehbuchschreiber von Vorabendserien vorgestellt, hinten im Buch werden Bücher einer anderen Autorin beworben, die „den Nerv von Hunderttausenden Frauen treffen“ und dazu passende Titel tragen wie „Herzsprung“ und „Höhenrausch“.
Es brauchte also mehrere Empfehlungen naher Menschen, damit ich das Buch auch zu lesen begann. Es hat sich gelohnt. Sehr!
Mal abgesehen davon, dass mich der ungeheure Sprachwitz von David Safier (ich muss es gestehen) bisweilen neidisch gemacht hat, und ich häufig herzlich loslachen musste (Vorsicht, wenn Sie das Buch im vollen Zugabteil lesen), diese verrückte Geschichte mit ihren kuriosen Ideen und Szenen rührt an, hinterlässt wohlige Nachdenklichkeit, lädt zum Blick hinter die Oberflächen ein.
Worum geht’s? Kim Lange, die schlagfertige, ehrgeizige und skrupellose TV-Moderatorin stirbt, in einer wunderschönen Sternennacht von einem herabstürzenden Waschbecken einer russischen Raumstation erschlagen. Sie wird als Ameise wieder geboren, und hat nichts im Kopf, als ihrer Tochter nahe zu sein und ihren Mann zu hindern, mit ihrer besten Freundin anzubändeln. Aber um das tun zu können, (als Ameise hat man nicht wirklich viele Möglichkeiten), muss sie gutes Karma sammeln für die anstehenden Wiedergeburten. Das mit dem Karma gelingt ihr, mit Hilfe von Casanova, der mehrere Jahrhunderte auf dem Stand einer Ameise stehen blieb. Ob das andere gelingt und was sie dafür alles anstellt, sollten Sie selber nachlesen.
Warum diese Empfehlung auf einer systemischen Internet-Seite? Weil es mir Spass gemacht hat, das Buch zu lesen. Na gut: in den kuriosen Windungen und Wendungen der Geschichte habe ich als Systemiker etliche nützliche und vertraute Ideen erkannt, die Safier ganz nebenbei und elegant unterjubelt.
Viel Spass beim lesen! (na gut; auch denen viel Spass, die es nicht lesen!)
Rainer Schwing
P.S.: Wer das Buch online bestellen und gleichzeitig den regionalen Buchhandel unterstützen möchte, wird hier fündig: Buchhandlung am Freiheitsplatz, Hanau
Uwe Straß, Hilfreiches Fragen – Praxishandbuch für hilfreiche Gespräche in Lern- und Veränderungsprozessen, Norderstedt 2007 (Books on Demand GmbH), ISBN: 978 – 3 -8334 – 8385 – 1 (19,80 €)
Inhaltsverzeichnis: www.hilfreichesfragen.de/inhalt.pdf
Fragen stellen statt sich selbst (vorschnelle) Antworten geben, ist nicht unbedingt der Pfad, auf dem ich mich die letzten Jahre bewegte. Es ist ein für mich neuer Weg, der doch starke Faszination und Neugierde bei mir weckt. Zur ersten Orientierung half mir Standardliteratur (Simon & Rech-Simon) und leichtere, schmackhafte Kost (Kindl-Beilfuß) weiter. Bekanntlich kommt ja der Appetit beim Essen. Und so verschlang ich in kurzer Zeit ein Buch, welches ich für mich als nachhaltig bezeichnen möchte.
Für Uwe Straß ist Fragen in erster Linie eine Haltung. Die Entwicklung einer fragenden Haltung zieht sich wie ein roter Faden durch sein Buch, welches mit vielen Anregungen zur sofortigen Umsetzung, Schaubildern (Von mir sehr geschätzt: Fragedimensionen, Seite 59) und hilfreichen Materialien auf einer eigens errichteten Internetseite (www.hilfreichesfragen.de) den Praktikern die Chance gibt, an sich und tradierten Arbeitsstilen zu arbeiten.
Doch damit nicht genug, stellt sich Uwe Straß nicht nur der Aufgabe, wie, wo und wann hilfreiche Fragen gestellt werden (können), nein, er widmet den letzten Teil seines Buch der Entwicklung des „Hilfreichen Aktiven Zuhören“ (Uwe Straß), was aufgrund meiner bisher vorrangig Hypothesen geleiteten Vorgehensweise durchaus noch entwicklungsfähig ist.
Kurzum: „Hilfreiches Fragen“ ist ein Buch, welches Bekanntes zusammen fasst, neu sortiert oder in einen anderen Fokus nimmt und hilft, sich selbst und/aber auch den Klienten fragend zu begegnen. Eine nette und zeitweilig gar vergnügliche Lektüre, deren für mich wirklich einziger Schwachpunkt der Pappeinband ist, was aber auf der „Supportseite“ durch die Internetmaterialien wieder voll und ganz ausgeglichen wird.
eine Rezension von
Hans-Jürgen Heldmann, Hanau
Grundlagen und Methoden wirksamer Kommunikation - Kurs Hanau